Rezension: Little Brother

Little Brother von Cory Doctorow ist beinahe Kult. Ein Science-Fiction Roman, der doch gar nicht unwirklich ist. Die Geschichte eines Überwachungsstaats, wie es in manch einem Staat bereits ist. Nur viel extremer. Vielleicht beschreibt Cory Doctorow aber auch einfach nur die USA in einigen Jahren.

Marcus ist einfach zur falschen Zeit am falschen Ort: als die Oakland Bay Bridge in San Francisco von Terroristen gesprengt wird, wird er in der Nähe von der Heimatschutzbehörde aufgegriffen und tagelang verhört. Selbst vor Folter schreckt man nicht zurück. Der Anschlag hat die Bevölkerung traumatisiert und in der Angst vor neuen Anschlägen reagiert die Politik über – und gibt sich in die Hände des Heimatschutzes. Innerhalb kürzester Zeit wird San Francisco in einen Überwachungsstaat verwandelt, der einerseits übertrieben erscheint – anderseits vollkommen real ist. Bevor Marcus wieder freigelassen wird, warnen ihn die unantastbaren Beamten: denn er ist nun für immer gezeichnet. Doch er versucht mit allen Mitteln gegen den Überwachungsstaat anzukämpfen und wird dadurch zum Zeichen des kleinen Widerstands gegen die Übermacht des Überwachungsstaats. Bis die Heimatschutzbehörde wieder vor seiner Tür steht…

Cory Doctorow ist ein Experte in dem Gebiet, setzt sich als Blogger und auch hauptberuflich für Datenschutz und Freiheit im Internet ein, für Menschenrechte und viele andere Dinge, was auch in seinen Büchern leicht angeschnitten wird – jedoch auch nur das. Die Bücher (es gibt einen zweiten Band von Little Brother) haben keine Botschaft, keine klare Aussage. Das hat mir an manchen Stellen gefehlt, wird andere jedoch vielleicht auch freuen.

Auf geniale Weise schildert Doctorow die Angst die Marcus spürt und die Genauigkeit, mit der der Heimatschutz Familien zerstört, und Marcus selbst. Genauso lernt der Leser aber auch viele Dinge über Programmieren, technische Tricks und zahlreiche Wege, unsichtbar zu bleiben. Aber auch die verschiedensten großen (und eigentlich dummen) Fehler, die Leute wie ich stets im Internet machen, besonders wenn es um Datenschutz geht. Wäre ich berühmt, dann würde ich dieses Buch auf meine persönliche Shortlist setzen. Ich bin nicht berühmt, tue es trotzdem. Mehrere Nachworte von Legenden und echten Experten der Szene wie Andrew „bunnie“ Huang machen das Buch dann perfekt und auch für Kenner (also Leute, die mehr wissen als ich) interessant. Außerdem ist das Buch mit einer Creative-Commons Lizenz veröffentlicht, was eine interessante Idee ist finde ich.

Little Brother steht bei meiner Shortlist ganz oben! Wie ist es bei euch?

Bei meinem Buchhändler: Little Brother


Verlag: Rowohlt

Autor: Cory Doctorow

ISBN: 9783499257827

Preis: 9,99 Euro

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